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Ode ans Verliebtsein

Verliebt zu sein ist das schönste Gefühle der Welt. Doch viele Leute stürzen sich in eine Beziehung, ohne diese Phase zu geniessen. Warum Langsamkeit der Liebe gut tut.

Valérie Jost
Mittwoch, 15. August 2018 / 14:28 Uhr

«Weisst du noch, damals? Als wir uns vor diesem Club geküsst haben, alles um uns herum vergessen haben und der Moment einfach nur uns beiden gehört hat?» – «Ja, natürlich. Das war so schön…» – Wir sind seit einigen Monaten zusammen. Die drei kleinen Worte «Ich liebe dich» sind von beiden Seiten schon gefallen; wir sind glücklich miteinander. Trotzdem schwelgen wir in Nostalgie. Und merken: Wir vermissen dieses Gefühl, und wir wollen es zurück.

Diese stetige Aufregung, die Schmetterlinge im Bauch, das Ausspionieren auf Social Media, dieses Aufsaugen jeder klitzekleinen Information über den anderen, diese leicht naive Begeisterung füreinander. Diese Blauäugigkeit, bevor man auch Schwächen kennen lernt. Diese Unsicherheit, ob die andere Person einen genauso mag wie man selbst sie. Diese Nostalgie wurde bei uns zu einem Problem: Als wir dann zusammen waren und uns ja eigentlich liebten, vermissten wir das Verliebtsein so stark, dass es uns schlussendlich auseinander gebracht hat.

Natürlich, der Status einer Beziehung bringt auch viel Gutes mit sich: Konstanz, Sicherheit, Vertrauen. Das Aufregende vom Anfang macht Platz für Stabilität. Aber dieser Punkt kommt schnell genug. Und diese Anziehung zwischen zwei Menschen, die sich gerade erst ineinander verlieben, ist pure Magie. Sie ist meist für eine viel längere Zeit genug, als wir denken. Das sollte es ja auch sein, denn sonst läuft etwas falsch: Wenn man sich an die andere Person klammert, nur weil man nicht allein sein kann, macht man etwas kaputt, das überhaupt noch nicht existiert. Auch ich habe mich früher von einer Beziehung in die nächste gestürzt, weil ich Angst hatte vor dem Alleinsein und davor, diesen tollen neuen Menschen sonst sofort wieder zu verlieren. Dabei ist es genau umgekehrt.

Doch ich habe wieder jemanden kennengelernt. Meine Gefühle kann ich ziemlich gut bezeichnen: als würden in meinem Kopf ständig Sternschnuppen tanzen. Als ob es fast wehtut, aber auf eine gute Art. Als wäre ich ohne Alkohol dauerbetrunken. Aber dem, was wir sind und was zwischen uns ist, muss ich kein Label aufdrücken. Es ist wunderschön, ich geniesse es mehr, als ich sagen kann, und mehr braucht es gar nicht.

Und wollen wir das denn nicht alle? Einen Menschen so sehr mögen, dass wir wie auf Drogen grinsen, wenn wir an ihn denken und immer ein kleines bisschen sterben, wenn eine Nachricht von ihm kommt? Jemanden, der uns wieder wie ein Teenager fühlen lässt? Jemand, der in unseren Köpfen Sternschnuppen zum Tanzen bringt? Na, eben. Deshalb: Schaltet einen Gang runter und geniesst es!

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